1
symmetry USPeace
Munich American Peace Committee (MAPC)
home



Radio Lora, 9. Juli 2007

Alternative Radio

Chris Hedges

Der Faschismus der amerikanischen radikalen christlichen Rechten, Teil 1
Boulder Bookstore am 22. Januar 2006

Ich bin ein Mann der Kirche. Mein Vater war Presbyterianer Priester und auch meine Mutter hatte, bevor sie Universitätsprofessorin wurde, ein Priesterseminar besucht. Aufgewachsen in einer ärmlichen Kleinstadt im Staate New York, im Schatten einer der fünf Kirchen, die mein Vater betreute, begleitete ich ihn oft Sonntagvormittags, wenn er in mindestens drei Kirchen Gottesdienst feierte und dreimal die gleiche Predigt hielt. Ich wurde also von frühester Jugend an mit christlicher Theologie indoktriniert.
Dieser Hintergrund ist wichtig, weil ich kein Sam Harris bin, der behauptet, dass Religion das Grundübel dieser Welt sei. Meine Sicht der menschlichen Natur und der moralischen Neutralität des Universums ist nicht weniger düster als seine, aber meine Kritik schließt auch die von Menschen gemachten Institutionen mit ein. Für den Theologen Paul Tillich wohnt allen Institutionen - auch der Kirche - etwas Dämonisches inne. Wer die Kirchengeschichte kennt, weiß um das Blutvergießen, die Inquisition und den Terror, die im Namen der Religion ausgeübt wurden. Als mich Sam Harris einmal fragte, ob ich glaube, dass es auch ohne religiöse Ideologien Völkermord und Fanatismus gäbe, antwortete ich: „Ja, lesen Sie Freud.“ Unsere menschliche Natur hat auch eine dunkle Seite.

Während meiner mehr als zwanzigjährigen Tätigkeit als Kriegsberichterstatter konnte ich die Faszination, die von Gewalt ausgeht, immer wieder beobachten. Wir pflegten zu sagen: „Gib einem Jugendlichen ein Maschinengewehr und in vier Tagen ist er der liebe Gott.“ Gewalt wird oft mit religiösen Ideologien verbrämt oder kommt als Nationalismus, Kommunismus oder eine Weltanschauung daher, die sich auf historische oder göttliche Utopien beruft, oder in Gestalt eines apokalyptischen Reiters, der die Erde und die Gesellschaft von Schmutz und Unrat befreit.
Ich bin nicht grundsätzlich gegen die christliche Religion, im Gegenteil, der christliche Glaube hat mich geformt und blieb stets meine Richtschnur, trotz meiner Abneigung gegen religiöse Einrichtungen, die christlichen mit eingeschlossen. Während des Jugoslawienkrieges spielten die Orthodoxe Kirche in Serbien und die katholische in Kroatien eine abscheuliche Rolle. Sie machten sich zum Werkzeug der nationalistischen Sache, Sie sanktionierten den Völkermord und verliehen ihm eine religiöse Legitimation. Sie ließen zu, dass Religion dazu mißbraucht wurde, die Ermordung Unschuldiger zu rechtfertigen. Dass ein solches Verhalten eher die Norm als die Ausnahme darstellt, erlebte ich leider auch während meines siebenjährigen Aufenthaltes im Mittleren Osten.
Viele dieser Erfahrungen flossen in mein Buch „American Fascists: The Christian Right and the War on America“ mit ein. Meine erste bittere Erfahrung machte ich, als ich als Student der Harvard Divinity School in Roxbury, dem Ghetto von Boston, wohnte und dort auch zweieinhalb Jahre lang als Diakon tätig war. Eine traurige Zeit, weil sich meine presbyterianische Kirche von den Armen abgewandt und gemeinsam mit den Weißen das Stadtzentrum verlassen hatte, aber auch die liberale Theologie der Harvard Divinity School trug zu meiner Enttäuschung bei. Auf die Frage, wie ich von dort zur New York Times gekommen sei, antwortete ich kürzlich, dass dies lediglich einen Wechsel von einer gottlosen Institution zur anderen bedeutet habe. In Harvard und in der liberalen Kirche redete man oft und gern über die Hilfe und den Beistand für die Armen und Unterdrückten.. Doch dabei ging es immer nur um die Armen von Newton, Massachusetts und nie um die Slums in der Innenstadt. Als Diakon predigte ich jeden Sonntag und beerdigte Tote, durfte aber keine Sakramente erteilen. Mit jeder Fahrt, die ich morgens mit der Green Line nach Cambridge und abends wieder zurück in das heruntergekommene Innenstadtghetto machte, wuchs meine Wut auf die Rhetorik der liberalen Kirche und der liberalen Institution Harvard. Als wohlbehütetes Kind hatte ich ländliche Armut kennengelernt, doch das war nichts im Vergleich zu der städtischen Armut und der Gewalt, die in Roxbury herrschten. Ich wollte in diesem Ghetto leben, um zu verstehen, wie Verzweiflung institutionalisiert wird und wie schwer es ist, der Armut zu entkommen, wenn unfähige Bewährungshelfer, schlechte Schulen und Banken, die Kredite verweigern, das verhindern. Nach zwei Jahren verließ ich die Hochschule und ging ich als freier Journalist nach Lateinamerika. Es war die Zeit der Pinochet-Diktatur in Chile, des schmutzigen Krieges in Argentinien und der Todesschwadronen in El Salvador. Näher konnte meine Generation ihrem Idol George Orwell im Kampf gegen den Faschismus nicht kommen. Ich kehrte also dem Kollege den Rücken und lebte mit den Missionsvätern von Maryknoll, die den protestantischen Seminaristen, der nicht Priester, sondern Journalist werden wollte, herzlich aufnahmen. Als freier Mitarbeiter von National Public Radio berichtete ich auch über den Falklandkrieg. Nach einem Jahr kehrte ich nach Harvard zurück, legte mein Abschlußexamen ab und machte mich auf nach El Salvador.

- 2 -

Mein großer Mentor, der damals 80-jährige Ethikprofessor Dr. James Luther Adams, prophezeite uns Studenten, dass wir, wenn wir sein Alter erreicht haben werden, gegen christliche Faschisten kämpfen würden. Diese Warnung erfolgte zu einer Zeit, als konservative Fernsehprediger wie Pat Robertson damit begannen, eine neue politische Religion zu verkünden, die einen radikalen Bruch mit dem traditionellen amerikanischen Fundamentalismus bedeutete. Laut der von ihnen propagierten Auslegung der Genesis hat Gott die Christen beauftragt, Amerika zu regieren und ein christliches Weltreich zu errichten.
Damals nahmen wir Adams Worte nicht ganz ernst. Doch er warnte auch vor intellektuellem Snobismus, der diese Leute nur als lächerliche Figuren abtun wollte. Denn die Nazis würden nicht mit Hakenkreuz und Braunhemd in Amerika wieder auferstehen, sondern die Bibel und die Sprache des amerikanischen Patriotismus als Tarnung für ihren Faschismus benutzen. Adams verwendete den Begriff „faschistisch“ nicht leichtfertig. Er hatte 1935/36 in Deutschland zusammen mit Dietrich Bonhoeffer und Martin Niemöller in der oppositionellen „Bekennenden Kirche“ gearbeitet, bis er von der Gestapo festgenommen und außer Landes verwiesen wurde. Diese Erfahrung prägte ihn und sensibilisierte ihn für die Gefahr, die von totalitären Bewegungen ausgeht, die im Namen einer Utopie die Macht an sich reißen wollen.

Als ich nach rund 20 Jahren wieder in die USA zurückkehrte, traf mich die Entwicklung, die diese Leute in der Zwischenzeit durchlaufen hatten, wie ein Keulenschlag. Die Veränderung mag sich nur allmählich vollzogen haben, aber aus meiner Warte war sie gewaltig. Sie waren von den äußersten Rändern in der Mitte der amerikanischen Gesellschaft angekommen. Noch vor den Wahlen von 2006 wurden bereits 186 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 45 Senatoren extrem rechten christlichen Gruppen, wie dem antifeministischen Eagle Forum, zugerechnet. Präsident Bush hat diese Organisationen sogar mit mehreren Hundert Millionen Dollar an Steuergeldern unterstützt, während staatliche Forschungsinstitute, die sich mit Fragen der Erderwärmung, der Fortpflanzung und Aids beschäftigten, geschlossen wurden. Angesichts dieser Entwicklung und eingedenk der Warnungen Adams, beschloss ich, mir diese Bewegungen genauer anzusehen. Zwei Jahre lang reiste ich durch das ganze Land, besuchte Megakirchen und Pro-Leben Veranstaltungen und nahm in Coral Ridge an dem einwöchigen Kurs.„Der evangelikale Aufbruch“ von D. James Kennedy teil. Danach konnte ich jeden in 20 Minuten- bekehren. (Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen das nachher vorführen) D. James Kennedy nennt das allerdings nicht Bekehrung, sondern Mitgliederwerbung..

Gelegentlich muss ein guter Journalist auch seine Meinung revidieren .können. Mir erschien die Ideologie dieser Bewegungen so abstoßend, dass ich es für ausgeschlossen hielt, jemanden zu mögen, der einer solchen Organisation angehört. Doch die meistern Spenden erhielten Typen wie Paul und Jan Couch oder James Dobson von seriösen, herzensguten Menschen, mit einer meist ergreifenden Lebensgeschichte.
Und so war es höchst aufschlussreich zu erfahren, dass viele der radikalsten und ergebensten Mitglieder der Pro-Leben-Bewegung Frauen sind, die selbst abgetrieben haben, sogar mehrfach abgetrieben haben. Es ist grausam, wie man die Scham und die Schuldgefühle dieser Frauen missbraucht. Sie werden nach Rachel’s Vineyard gebracht, wo man ihnen Puppen gibt und behauptet, dass dies ihre abgetriebenen Kinder seien. Sie müssen diese Puppen mit sich herumtragen, mit ihnen schlafen und sie an- und ausziehen. Zum Abschluss müssen sie, die ja noch immer nicht mit sich im Reinen sind, Gott diese von ihnen getöteten Kinder opfern, ihn um Vergebung bitten und sich verpflichten, die so genannte „Kultur des Todes“ zu bekämpfen. Wer könnte diesen Frauen böse sein.

In meinen Augen sind Leute wie James Dobson, die Ihre Anhänger eiskalt manipulieren und ausnützen, äußerst gefährlich, Sie erinnern an das, was Fritz Stern, Karl Popper oder Hannah Arendt, zu ergründen versuchten, nämlich warum eine Kulturnation wie Deutschland, die einen Goethe und Beethoven hervorgebracht hatte, unter dem Naziregime zu grauenvollen Verbrechen fähig war.

- 3 -

Mit seinem Buch „Kulturpessimismus als politische Gefahr“ half mir Fritz Stern, der jüdische Emigrant aus Breslau, zu verstehen, wie die christliche Rechte funktioniert. Er hat bei seiner Kritik an ihr nie ein Blatt vor den Mund genommen und sich damit nicht nur Freunde gemacht.
In „Kulturpessimismus als politische Gefahr,“ wie alle seine wissenschaftlichen Arbeiten noch vor 1933  - also vor der Machtergreifung durch die Nazis – geschrieben, schildert Stern wie persönliche und wirtschaftliche Hoffnungslosigkeit die Menschen allmählich in Totalitarismus, in Fanatismus und ähnliche Bewegungen treiben können. Er erzählte mir auch, dass es in Deutschland bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Sehnsucht nach Faschismus gegeben hatte, lange bevor der Begriff„Faschismus.“ überhaupt erfunden wurde. Das war eine wichtige Information für mich da ich glaube, dass das, was in den USA geschieht, große Ähnlichkeit mit dem Zerfall der Gesellschaft in Deutschland oder in Jugoslawien hat. Es wird oft behauptet, dass der Krieg in Jugoslawien durch den alten ethnischen Hass ausgelöst wurde. Doch dieser Krieg wurde vom wirtschaftlichen Kollaps ausgelöst. Jugoslawien war das europatauglichste osteuropäische Land mit dem großen Dissidenten Milan Djilas, der Vaclav Havel ohne Weiteres das Wasser reichen konnte. Doch im Zuge des gesellschaftlichen Umbruchs wendeten sich die Menschen Slobodan Milosevic, einem der – wie Djilas sie nannte „moralischen Pygmäen“ zu,

Mit jedem weiteren Interview mit Anhängern der Evangelikalen wurde mir klarer, dass sie aufgrund ihrer Verzweiflung und ihrer Not außerstande sind, sich in der realen Welt zurechtzufinden. Ein Blick auf den Rust Belt in Ohio, mit seinen wohl zehn Millionen verarmten, rechtlosen Bewohnern genügt. Man fühlt sich dort wie in der Dritten Welt: Die Straßen voller Schlaglöcher, heruntergekommene Häuser, Schulen, die keine Schulen mehr sind, verbarrikadierte Schaufenster, gigantische, rostige Dinosaurier-Skelette stillgelegter Stahlfabriken. Häusliche Gewalt, Alkohol und zerrüttete Familien vervollständigen das Bild. Die verschwundenen Arbeitsplätze wurden nicht ersetzt. Wer als Stahlarbeiter mit Zuschlägen 50 Dollar die Stunde verdient hatte, verdient jetzt bei Wal Mart höchstens 16 Dollar. Um zu überleben, müssen beide Eltern arbeiten, ohne die geringste Hoffnung, dass ihre Kinder jemals wieder ein besseres Leben werden führen können.

Diese „Weimarer Zustände“ haben die amerikanischen Arbeiter ins Elend gestürzt und eine Welle der Wut ausgelöst. Vermutlich sind die Radiosendungen der Rechten so beliebt, weil sie sich diese Wut zu nütze machen. Die verführerische Botschaft der Fundamentalisten wie Rush Limbaugh, Bill O’Reilly und vieler anderer lautet: Amerika war ein großartiges Land bis die Liberalen, die Immigranten, die Homosexuellen und Femininsten auftauchten und es an sich rissen. Aber wir werden es euch zurückgeben. In seinem Buch „What’s the Matter with Kansas“ behauptet Thomas Franks, dass viele Menschen sogar gegen ihre eigenen Interessen wählen . Ich bin da ein wenig anderer Meinung. Ich sehe, dass sich die Demokraten schon lange von diesen Menschen abgewandt haben. Wir verdanken die nordamerikanische Freihandelszone NAFTA keiner republikanischen Regierung, sondern Bill Clinton, genauso wie das Ende des Sozialstaates oder die Privatisierung der Kommunikationssysteme FCC. Deshalb ist der Ärger über die Liberalen durchaus berechtigt. So wie ich von der Heuchelei der liberalen Kirche enttäuscht wurde, die sich angeblich für die Armen einsetzte, so mussten die Armen erkennen, dass die Demokraten sich nur solange für ihre Belange einsetzten, bis sie entdeckten, wie sie genau so hohe Spenden eintreiben können wie die Republikaner. Seitdem reden sie nur und tun nichts. Ich weiß wovon ich spreche, die Hälfte meiner Familie kommt aus einer kleinen Textilarbeiterstadt in Maine. Die Wut der Armen auf uns Liberale ist begründet, weil wir sie verraten haben.
Was war passiert? Das was immer passiert, wenn ein großer Teil der Gesellschaft enteignet wird. Während die Menschen immer weniger mit ihrem Leben klar kommen, werden ihre staatlichen Hilfen immer mehr gekürzt. Das macht es Demagogen wie Pat Robertson leicht, sie in ein irreales Glaubenssystem zu locken, in eine Zauberwelt, in der der liebe Gott einen Plan für sie bereit hält und Jesus mehrmals täglich .zu ihnen spricht. Gott bietet ihnen nicht nur Schutz, sondern auch Erfolg. Und sobald diese Menschen in dieser irrealen Welt gefangen sind, sind sie für andere nicht mehr erreichbar. Das Schlimmsten und Gefährlichste, was unsere Gesellschaft zugelassen hat, sind die hermetisch geschlossenen Informationssysteme der christlichen Sender, die die Menschen 24 Stunden lang indoktrinieren. Alles, was sie dort zu hören und zu sehen bekommen an Nachrichten, Unterhaltungssendungen, Gesundheits- und Schönheitstipps oder an spirituellem Rat macht aus Lügen Wahrheiten und vermischt Tatsachen beliebig mit Meinungen.
Genau darum geht es auch beim Kreationismus. Kreationismus ist weder eine Alternative, noch eine unterschiedliche Ansicht, weil es bei der Evolution keine andere Sichtweise gibt. Amerika ist das einzige Industrieland der Welt, in dem es Zweifel an der Richtigkeit der Evolutionstheorie gibt. Man verhindert in den USA vorurteilsfreies, ehrliches und intellektuelles Forschen und ersetzt Wissenschaft durch den Glauben an Magie. Man entführt die Menschen aus der Realität in eine Welt, in der jeder das glauben kann was ihm gefällt.




CHRIS HEDGES
American Fascists: The Radical Christian Right, Part 1
Boulder Bookstore, CO  22 January 2006

Chris Hedges reported for “The New York Times” for more than a decade. Before that he worked for “The Dallas Morning News,” “The Christian Science Monitor” and National Public Radio. He has covered wars in the Balkans, the Middle East and Central America. His book, "War Is a Force That Gives Us Meaning" received the 2003 Overseas Press Club award. His latest book is “American Fascists: The Christian Right and the War on America.”

 I come out of the church. My father was a Presbyterian minister. My mother also went to seminary, although she became a college professor. I grew up in a small farm town in upstate New York, literally right next to the church where my father was the minister. It was a very poor county, Schoharie County, and he actually had five churches. On Sunday mornings, he would consolidate two of the services. But he would get up early, and I would often go with him and hear him preach the same sermon three times and travel in the car with him and ask him questions. So at a very early age, I began getting indoctrinated with Christian theology.

I think that coming out of this tradition is important, for a couple reasons. One, I'm not Sam Harris. I don't believe that religion is the cause of all evil in the world. Sam and I have gone back and forth on this, and I think truthdig, if anyone knows that Web site, is going to try and set up a debate with us in Berkeley in the spring. I have just as bleak a view of human nature and the moral neutrality of the universe as Sam. However, I also have a very bleak view of human institutions. All institutions, the theologian Paul Tillich said, are inherently demonic. And that includes the church. Anybody who has read the history of the Christian church doesn't need me to explain the bloodbaths and inquisitions and totalitarian terror that's been propagated in the name of religion. But they have been propagated in the name of religion and, in my feeling, the misuse of religion. When Sam and I went back and forth, one of the things he said was, “Do you really believe that if we didn't have these religious ideologies, these genocidal campaigns and fanaticism would exist?” And I said, “Yes. Read Freud.” There is something endemic and dark within human nature.

I certainly saw it for the some two decades I spent as a war correspondent, and I chronicled, I think, this enticement and allure of violence.  We used to say in the war zone, “Give a teenage kid an automatic weapon, and in four days they become God.”  Many times they do, of course, wrap it around a religious ideology, but when it's not wrapped around a religious ideology, it can be wrapped around nationalism or communism or any other ideology which claims to be propelled forward either through history or divine right towards a utopian end, and, of course, embraces that specter of apocalyptic violence, that belief that violence can be used to cleanse the earth, cleanse the society, and make it pure and whole.
So I came at this movement as one in no way predisposed against the Christian religion and, in fact, somebody, I think, who has been deeply formed and continues to be informed by the Christian faith, with all of that distaste that I have for religious institutions, including Christian institutions. Certainly, covering the wars in Yugoslavia, the stance of the Serbian Orthodox Church or the Catholic Church in Croatia was reprehensible. They wrapped themselves around these nationalist causes, they sanctified campaigns of genocide, they gave it a religious legitimacy, they allowed religious iconography, religious ritual, and religious language to be used to propagate the murder of innocents. Before, that I spent seven years in the Middle East in religious institutions. Unfortunately, that tends to be the norm rather than the exception on the part of religious institutions.

There are a couple things that happened that go into the genesis of this book, American Fascists: The Christian Right and the War on America. The first comes as a student at Harvard Divinity School. I was living in Roxbury, the ghetto in Boston, in the mission across the street from the Mission Main, Mission Extension housing project, where for two and a half years I ran a church as a student minister. That was a very troubling period for me for two reasons. One, I had to confront the fact that I was a Presbyterian, that the church that I came from had walked out on the poor with white flight, that they were no longer in the inner city. And coupled with that came the liberal theology of Harvard Divinity School. Somebody asked me the other day how I got from Harvard Divinity School to The New York Times, and I said it was a very easy transition, from one godless institution to another.
At Harvard they all spoke on behalf of the oppressed. They all wanted to go out and empower the poor. But this was in the abstract, in the same way that the liberal church wanted to empower the poor in the abstract, from Newton, Massachusetts, not from the inner city. In the two years that I spent, and I preached every Sunday, I couldn't do the sacraments—I had the status of a deacon as a seminarian—but I could do funerals. I did seven funerals. The distaste that I had for the rhetoric of the liberal church and for liberal institutions like Harvard grew every day as I commuted in on the Green Line into Cambridge and came back at night to the despair of the projects. I remember, for someone who grew up in a fairly cloistered environment, there was rural poverty where I grew up, but it was really nothing like urban poverty, the violence of urban poverty. It really took living in the ghetto to understand how oppression is institutionalized in urban ghettos, and how difficult it is for the poor  to escape all of the forces that combine: probation officers, schools that don't work, banks that red-line. All of these forces converge to keep the poor poor.

After two years left school—I went back eventually and finished—and I went to Latin America, where I decided to be a free-lance reporter. It was a time when most of the despotic military governments were in control, Pinochet in Chile, the dirty war in Argentina, the death squads were killing between 800 and 1,000 people a month in El Salvador. I felt that this was as close as my generation was going to come to fighting fascism, like my hero, George Orwell, and I left school, lived with the Maryknoll fathers. If anyone knows the Maryknoll Missionary Society—I'm going to speak there, actually—they're an amazing group. They welcomed me in not only as a Protestant seminarian, but as somebody who announced that he wasn't even going to be a minister anymore, I was going to be a journalist. I spent that year free-lancing. I covered the Falklands War for National Public Radio, went back to Harvard, got my degree, turned around, and went to El Salvador, and was gone.
My great mentor at Harvard was this exceptional character named Dr. James Luther Adams, who, when I had him, was almost 80. He taught ethics. And he told us that when we were his age, we would all be fighting the Christian fascists. That warning came at the very time that Pat Robertson and others began articulating a new political religion, one that was a radical break from traditional American fundamentalism and American evangelicalism. This tradition talked about the assumption of political power, used a verse from Genesis about dominion, that Christians had been given dominion by God to control America and ultimately to create a global Christian empire.

At the time, it was hard to take such fantastic rhetoric by Adams seriously. But Adams warned us against our intellectual snobbery, that oftentimes allowed us to dismiss these characters as buffoonish. He told us that the Nazis were not going to return or reincarnate in America with swastikas and brown shirts, but that their ideological inheritors had found a mask for fascism in the pages of the Bible and by co-opting the language and iconography of American patriotism. Adams was not a person to use the word “fascist” lightly. He had been in Germany in 1935 and 1936, where he had worked with Dietrich Bonhoeffer and Martin Niemöller in the underground Confessing Church, and he was eventually detained by the Gestapo and forced to leave the country. It was an experience that marked him deeply. He was, of course, sensitive in ways that we were not to the elements that go into making up movements that at their core are totalitarian and seek in the name of a utopian exclusivity the right to control a country.

I left shortly after this for El Salvador. I was pretty much out of the country for two decades. So that distance allowed me to come back two decades later and see the change. The difference between where these figures were when I left and where they had come to now when I returned was, of course, quite striking. It may have been a gradual process, but for somebody juxtaposing American society in 1983 and American society in the year 2000, the differences, of course, were vast. These figures had moved from the fringes of American society, from the very margins of American society, into the mainstream.  According to groups like Eagle Forum, Family Resource Council, I think 186 members of the House of Representatives—this is before the 2006 elections—had between 80% to 100% approval rating by these hard-right radical Christian groups. There were 45 senators who were approved in this rating. President Bush had begun handing hundreds of millions of taxpayer dollars to these groups. He had destroyed federal agencies that dealt with science, whether it was in areas of global warming, whether it was areas of reproductive health, whether it was AIDS research.
The distance that these people had traveled in the span of two decades was so stark—and Adams’, of course, warning came back to me—that I decided to set out and spend what ended up being two years following this movement, and I traveled all over the country, from megachurches to pro-life rallies to—I spent a week with D. James Kennedy at Coral Ridge taking his course called “Evangelism Explosion,” which certifies me to carry out 20-minute conversions, so we can do that after the talk. D. James Kennedy calls it recruitment. That's the word that he uses. It's not simply conversion; it's recruitment into a movement.

One of the great things about being a reporter is that oftentimes you carry assumptions into stories that are shattered. I find that is sometimes what separates good reporters from academics, who can write their treatises without ever having anything impinge upon their assumptions. I carried assumptions into this work that were wrong. I'll share with you the first one. I have such a deep distaste for the ideology of the movement that I was honestly prepared to dislike a lot of the people within it. And I have to say that that didn't happen. In fact, the stories that I heard from—I'm talking about the followers of this movement, the people who send money, love offerings in to TBN, to Paul and Jan Crouch, or money to James Dobson or any of these figures—were so earnest and often well-meaning, and when I interviewed them, the stories of their lives were so heart-breaking.

I didn't put it in the book, but repeatedly I would interview women within the movement, for instance, at a pro-life weekend. One of the fascinating things, by the way, about a lot of the radical or most committed members of the pro-life movement I found with women is that not only had they had abortions, but many of them had multiple abortions. And the way the movement quite effectively manipulates their shame and their guilt I found to be deeply cruel. They will take them off on weekends—I think it's called Rachel's Vineyard—and they give them dolls. They tell them these are the children that they have murdered. And they must carry these dolls with them for the entire weekend and sleep with the dolls and clothe them. And at the end of the weekend—and these are women already struggling; abortion is probably one of many things they're struggling with—they must offer up their children that they have killed to God and beg for forgiveness and commit themselves to fighting what is termed “the culture of death.”
These stories, when you hear them, are so overpowering and so sad that it became very hard for me to dislike almost anyone. I'm talking about the followers, not the leaders. I find people like James Dobson—I find him a frightening and very dangerous figure. But the followers themselves have been manipulated and used in, I think, an extremely callous and heartless manner. It was listening to these stories that pushed me back to some of the people like Fritz Stern or Karl Popper or Hannah Arendt, who tried to make sense of how a civilization like Germany, a civilization that produced a Goethe and a Beethoven, could end up carrying out the horror that it unleashed under the Nazi regime.

One of the books that I think helped me grasp what was going on in the Christian right was a book by Fritz Stern called The Politics of Cultural Despair. Stern himself was a Jewish refugee. He left in the late 1930s as a young boy. I ended up actually reading the book and spending a lot of time with Fritz, who is an amazingly thoughtful man and has also spoken out, by the way, against the Christian right in terms that have shocked a lot of people.  All of his academic work was pre-1933, before the Nazis actually took power. In the book, The Politics of Cultural Despair, he targets what he sees as personal and economic despair as being the engine that allowed people to eventually become sucked into this totalitarianism, this fanaticism, this movement.
He said to me, “In Germany, in the beginning of the 20th century, there was a yearning for fascism before the word ‘fascism’ was invented.” That was supremely instructive to me, because I think that what's happened in the United States does bear many similarities to the breakdown of society in Germany, or the breakdown of society in Yugoslavia. I covered the war in Yugoslavia for three years. Many people talk about the war in Yugoslavia as being caused by ancient ethnic hatreds. The war in Yugoslavia was caused not by ancient ethnic hatreds but by the economic collapse of Yugoslavia. Yugoslavia was the country in Eastern Europe best equipped to enter Europe, and it even had within its ranks one of the great Eastern European dissidents, certainly Václav Havel's equal, and that was Milan Djilas. But, of course, the mutation of the society had them turn to Slobodan Milosevic. Djilas wrote about the inheritors of this and called them “moral pygmies.”

I found, the more I listened to these stories of followers within the movement, that their lives had sunk to such a level of despair and brokenness that they could no longer cope with the real world. There are now, I believe, tens of millions of people within this country—and certainly anyone who has spent time in Ohio is aware of this—who have been completely dispossessed, disenfranchised. If you visit areas around the Rust Belt, these towns look like the developing world. The streets are potholed, the houses are crumbling, the schools are dysfunctional, the downtown stores are boarded up, and the great hulking dinosaurs, rusting hulks of factories, lie broken and unused.  That, of course, has brought all of the ills that come when communities break down: domestic abuse, struggles with alcoholism, broken families. Coupled with this flight of manufacturing jobs—and, of course, they've not been replaced—people, instead of making $50 an hour with benefits as steel workers, are suddenly making $16 an hour without benefits in places like Wal-Mart, if they can even make $16. And, of course, both spouses have to work. There is no future among the working class, no hope that their children will be able to get any kind of job or have any kind of future that will even equal the one that they used to have.
That kind of Weimarization of the American working class has thrust these people, of course, first into despair, but ultimately propelled them into rage. I think if you listen closely to right-wing talk radio, the popularity of it is that it's an expression of this rage. The message is, America used to be a great place, but then all those liberals and immigrants and homosexuals and feminists came and took it away from you. And we're going to get it back. That's the fundamental message of a Rush Limbaugh, Bill O'Reilly, or any of these people.  And that's deeply attractive.

I know that the book Thomas Franks (What’s the Matter With Kansas?) wrote talks about these people voting against their interests. I have a slightly different take on that. I think the Democratic Party walked out on these people a long time ago. NAFTA was given to us not by a Republican administration but by Bill Clinton. The end of welfare was handed to the American people by the Clinton administration. The deregulation of the FCC, which is not a small phenomenon, was handed to us by the Clinton administration. The anger towards liberals, which is real, I don't think is misplaced. Because just as I had to deal with the hypocrisy of the liberal church, which felt that it would speak on behalf of the poor, they have to deal with the Democratic Party, which traditionally protected their interests but stopped protecting their interests once they realized they could get the same funding that the Republican Party could but continued to speak as if they were protecting their interests. Half of my family comes from small mill towns in Maine, so this has a kind of personal element to it. I think that anger towards liberals is not wrong. I think that they were betrayed, that they've been betrayed by all of us.
What has happened? What's happened is what usually happens in a society where you have a huge segment of that society dispossessed. People increasingly can't cope with the real world. There is less and less assistance, federal assistance, state assistance, community support for them to cope with the real world. So they are ushered easily by demagogues, which is what a figure like Pat Robertson is, into a non-reality-based belief system, into a world of magic, into a world where God has a plan for them and Jesus intervenes several times a day in their lives and God will not only protect them but make them successful. And once they've been ushered into this non-reality-based belief system, once they embrace a world of magic, they embrace a world that is essentially irrational, they become unreachable.

I think one of the most pernicious and dangerous things that we as a society have allowed to happen is the creation of these hermetic information systems, Christian radio and broadcasting, that indoctrinates these people on a 24-hour basis. Everything that they hear or see, whether it's news, entertainment, health and beauty tips, spiritual guidance, comes through this ideological prism, this world where lies are true, where facts are interchangeable with opinions.
That, of course, is what creationism is about. Creationism is not about an alternative; it's not about presenting another side. There is no other side to evolution. America is the only industrialized nation in the world that raises questions about the validity of evolution. What this is is about the destruction of dispassionate, honest, intellectual inquiry. It is about the destruction of science. It is about creating within the mainstream a belief in magic. It is about removing people from a reality-based world and ushering them into a world where people can believe whatever they want to believe.