symmetry USPeace
Munich American Peace Committee (MAPC)




Rede von Richard Forward auf der Kundgebung
gegen die Münchner Sicherheitskonferenz
am Lenbachplatz, Fr., d. 6.2.04

Ex-U.S. Präsident Bill Clinton, bei dem Wirtschaftsgipfel in Davos, sagte: Eine Welt „mit Regeln, Partnerschaft und Verhaltensgewohnheiten, in der Amerikaner gerne leben werden, wäre zu schaffen, wenn Amerika einst nicht mehr die militärische, politische und wirtschaftliche Supermacht auf diesem Planeten sein würde. 
Was höre ich?

Joseph Stiglitz, Clinton’s Wirtschaftsberater und einst stellvertretender Vorsitzender der Weltbank, kritisiert Glabalisierung und „free trade“ (freies Handeln), weil sie nur auf Wirtschaftswachstum fokussiert und Elend auf Weltmaßstab ganz ignoriert. 
Dies von der Wirtschafts-Elite?

James D. Wolfensohn, Präsident der Weltbank, möchte, mit Anregungen vom Welt-Sozial-Forum, die Armut bis 2015 „halbieren“. 

Haben sich die Verhältnisse in der Welt geändert? Die globalisierte Widerstandsbewegung hat doch etwas erreicht? 
Bestimmt, auf der Oberfläche, in Worten. Immer noch. 
...aber nicht in Taten!  Habt keine Illusionen! 

Donald Rumsfeld soll über Sicherheit sprechen?  Diskutiert er, wie Kernkraftwerke nach Bayerischer Art mit Nebel zu verstecken seien? Sicherheit? Mit Militärs?  Mit der Rüstungsindustrie? Besprechen Sie, wie die Sicherheitsmaßnahmen am 11. September 2001 ausfielen? Analysieren sie, warum die Bush Regierung noch heute alle seriösen Untersuchungen über das derzeitige Zusammenbrechen des Sicherheitssystems behindert? Bespricht Mr. Donald Rumsfeld mit Herrn Horst Teltschik, Rüstungslobbyist, wie die Streitkräfte privatisiert werden, um angeblich die Zerstörung und Kosten des Kriegs zu tarnen? Wie in Irak die teure Logistik der Firma Halliburton extrem schlecht funktioniert? Vielleicht macht Siemens dies besser? Oder besprechen Sie, wie Konflikte friedlich gelöst werden? 
Habt keine Illusionen! 

Herr Rumsfeld und Herr Teltschik, zeigen Sie uns, wie ernsthaft Sie über Sicherheit sprechen möchten! Setzen Sie sich ein, dass Vertreter der Friedensbewegung aus aller Welt (nicht nur aus NATO-Ländern), auch zu eurer Tagung eingeladen werden!  Dann werden wir euch unterstützen, eine Tagesordnung veröffentlichen, und, wenn Sie beweisen, dass Sie es ernst mit Frieden meinen, würden wir für diese Politik demonstrieren. Dann könnten wir die ganzen Kosten für die bayerischen und die anderen Landespolizisten, für deren Überstunden, Einsatzzuschlag, Reisen, Spesen, Übernachtungen sparen. Sparmaßnahmen seien jetzt so wichtig! 
Habt keine Illusionen! 

Aber Lügen haben unsere Verräter - entschuldigt, Vertreter - immer auf Vorrat. Deren Lügen schaffen Angst. Und Angst wird ausgenutzt, um deren Kriege zu rechtfertigen. 

Geschichte:
Dezember 1941: Roosevelt provoziert die japanischen Angriffe auf Pearl Harbor und die eher pazifistische U.S. Bevölkerung stimmt den Krieg zu. 

August 1945: Truman verleugnet die Kapitulationsbereitschaft der Japaner und lässt Hiroshima und Nagasaki mit Atombomben vernichten. 

April 1961: Kennedy erklärt, „unter keinen Umständen in Kuba zu intervenieren.“ Vier Tage später war die Schweinebucht-Invasion Tatsache. 

August 1964: Lyndon B. Johnson fängt auf Grund eines fabrizierten vietnamesischen Angriffs auf die Zerstörer „Maddox“ die massive Bombardierung Nord-Vietnams an. 

Habt keine Illusionen! 

Die Liste der Lügen ist lang: fortgesetzt durch sämtliche nachfolgenden Präsidenten, von Ford, Carter, Reagen, Bush-Daddy, Clinton und Bush-Sohnemann. 
Die Lügen vom George W. Bush sind besonders offenkundig.  Krass! 

Habt keine Illusionen! 

Der „Favorit“ der Democratic Party in den USA heißt John Kerry. Jedenfalls bis jetzt. „Cash and Kerry“. Seine Verbindungen zu Washingtons Lobbyisten, Umweltverschmutzern wie Monsanto, internationalen Milliardenspekulanten sind bekannt. Er hat den Irak-Krieg und den USA Patriot Act unterstützt und im Senat zugestimmt.  Jetzt behauptet er, er hätte dagegen gestimmt! 

Habt keine Illusionen!  Habt auch kein Vertrauen! 

Die Bürger der USA haben längst das Vertrauen in ihre (manchmal) gewählte Vertreter verloren.  Dies beweist die Wahlbeteiligung von ca. 33 %.  Heute aber sehen wir, dass die Wähler Amerikas anfangen jahrelange Resignation und Passivität abzuschütteln.  Sie lernen, dass sie selbst fordern und kontrollieren müssen. Wie das weiter geht, wissen wir nicht. Erfolg ist abhängig von uns allen. 

Habt keine Illusionen!
Wie Michael Moore in Augsburg sagte: Lernen wir von den Fehlern der USA, dass wir hier in Old Germany diese nicht wiederholen. 

Der Weg in den USA zu einer, vorerst, echten Opposition ist lang.  Hier auch! Der Weg zu Frieden mit Gerechtigkeit in Europa ist lang. The way to peace and justice in the USA is very long. Ich meine, wir werden noch viele positive Überraschungen erleben. 

Habt doch einige vorsichtige Illusionen!